Dienstag, 12. Juli 2011

Probleme für den Behindertensport

dachnerLANDESSCHULE SPD-Ratsherr Manfred Dachner verlangt „wenigstens einen Zwischenbescheid“ zur Sporthallen-Situation der Behinderteneinrichtung.

VON REINHARD WEHDEN
NEUBRANDENBURG Das ist eine Sache für den Petitionsausschuss des Landtags. Das meint jedenfalls der SPD-Ratsherr Manfred Dachner. Dabei geht es um die Sport- und Therapiemöglichkeiten der Landesschule für Körperbehinderte (KÖS). Stück für Stück werden dort die Bedingungen für die 110 Schüler und die 32 Kindergartenkinder verbessert.

Erst jüngst wurde ein neues Internat auf dem Komplex an der Robert-Blum-Straße in Betrieb genommen (der Nordkurier berichtete). Doch Sorgenkind ist die Sporthalle, wie schon beim Tag der offenen Tür zu erfahren war. Dachner macht sich jetzt zum Sprachrohr insbesondere der Elternvertretung und des Freizeit- und Sportvereins für Behinderte (FSVB). „Weder Schule, noch Elternvertretung oder Sportverein wissen, wie es künftig weiter gehen soll. Alle Verantwortlichen in der Stadt und beim Land kennen das Sporthallen-Problem, aber niemand äußert sich. Nicht einmal einen Zwischenbescheid gibt es für die Beteiligten“, ärgert sich der Ratsherr. Die Sporthalle, die bislang von der KÖS und dem Sportverein genutzt wurde, soll nämlich zum 1. März 2012 von einem freien Träger, nämlich dem Internationalen Bund übernommen werden. Der betreibt auch die in der Nachbarschaft neu entstehende und schon weit über 200 Schüler zählende Stella-Schule. Auch wenn es heißt, KÖS und Stella könnten die Halle gemeinsam nutzen, glaubt man an der Landesschule nicht, dass bei einer Mehrfachnutzung ihr Bedarf abzudecken ist. Durch die unterschiedlichsten motorischen Behinderungen und den Einsatz von therapeutischen Hilfsmitteln benötigten die KÖS-Schüler mehr Raum, zeitliche Abläufe verlangsamten sich, außerdem erforderten zusätzliche emotionale Störungen eine flexible Nutzung der Sporthalle. Auch der Vereinssport des FSVB – hier wird von den Schul- und Kindergartenkindern unter behindertengerechten Bedingungen vor allem Sitzvolleyball und Sitzball sowie Gymnastik betrieben – und die Rollstuhltanzgruppe des Behindertenverbands nutzen die Halle. Für 217 behinderte Kinder, Schüler, Erwachsene aus dem KÖS-Bereich und die Stella-Schüler reicht sie nicht aus, ist sich Dachner sicher. „Aber für Menschen mit Behinderung ist der Sport entscheidend für die Prävention und Rehabilitation als auch für die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft“, sagt er und kann verstehen, dass der Elternbeirat nach dem Ende der Sommerpause zu einer Unterschriftensammlung aufrufen will.
An der Landesschule hoffen die Eltern und Sportler auf den Bau eines Sport- und Therapiezentrums auf der Fläche des ehemaligen Internats. Sogar ein Investor, der sich an dem Projekt beteiligen würde, ist vorhanden. Damit wäre nicht nur der Sportunterricht und Vereinssport abgesichert, sondern viele Therapiemöglichkeiten, für die es einen hohen Bedarf für alle Kinder und Schüler gibt.