Dienstag, 9. August 2011

Schäden in den Gärten: Kleingärtner brauchen Hilfe

dachnerGARTENANLAGEN In der Datzeniederung hat sich das Wasser zurückgezogen. Nun sind die Folgen sichtbar.

NEUBRANDENBURG (AS). Dort, wo sich das Wasser mittlerweile etwas zurückgezogen hat, offenbart sich das Chaos: Vergammelte Früchte schwimmen gemeinsam mit Brettern, Bechern, Holzstückchen und anderem Treibgut auf den verbliebenen Pfützen. Die Gartenlauben sind nass, die Möbel nicht mehr zu gebrauchen. Es riecht unangenehm nach Schimmel und Fäule.
nb_110809_dachner_garten1Gestern hatte die Vorsitzende der Gartenanlage „Datzeniederung“, Karin Stavenhagen, den Stadtvertreter Manfred Dachner, den Geschäftsführer des Regionalverbandes Gartenfreunde, Uwe Richter, sowie einen Vertreter der Stadt eingeladen, um über die Schäden in den Gärten und mögliche Hilfsmaßnahmen zu sprechen. Der Vertreter der Stadt kam allerdings nicht.

Die Situation sei dramatisch, die Gärtner brauchen Hilfe, schilderte Stavenhagen. 40 der 57 Parzellen hätten unter Wasser gestanden, einige noch heute. Viele Lauben seien verschimmelt, das Mobiliar meist nicht mehr zu gebrauchen. Die Gartenfreunde hätten arge Probleme, ihren Sperrmüll zu entsorgen.
Dachner bot Hilfe an: Er wolle sich um einen Lkw kümmern, der den Sperrmüll gratis wegfahre. Uwe Richter betonte, dass man eine Sperrmülllösung für alle Gärten der Stadt brauche. Er schätzte den Bedarf insgesamt auf mindestens 120 Ladungen. Hier sollte man sich mit der Stadt verständigen, wie dies am günstigsten zu organisieren sei. Ein Ende der Situation könne er nicht voraussagen – mit etwas Glück sei das Wasser bis Mitte September aus den Gärten verschwunden. Bei großem Pech hingegen könne man „doch noch Schlittschuh laufen“.
Laut Karin Stavenhagen haben 18 ihrer Pächter in den letzten Wochen wegen des Hochwassers gekündigt. Sie mache sich große Sorgen um die Zukunft dieser nun verlassenen Parzellen und der Gartenanlage insgesamt. Andere Gartenanlagen, die höher gelegen sind, freuen sich hingegen über neuen Zulauf, berichtet Uwe Richter.
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Ein Garten in der Kleingartenanlage Datzeniederung an der Sponholzer Straße am gestrigen Nachmittag: Vor einigen Tagen stand das Wasser hier noch meterhoch. Die Schäden sind groß. An einigen Stellen wie hier hat das Wasser regelrecht das Treibgut angesammelt. Vereinsvorsitzende Karin Stavenhagen sah sich mit Stadtvertreter Manfred Dachner (SPD), Garten-Regionalverbands-Geschäftsführer Uwe Richter und Vorstandsmitglied Bernd Mahnke (oben, v.l.) die Schäden an. FOTO: SEGETH