Mittwoch, 21. September 2011

Nordkurier | Erste Hilfe für zwei Überfall-Opfer

dachnerKRIMINALITÄT Vertreter der Organisation „Weisser Ring“ zeigen sich nach einem Besuch im Klinikum geschockt.


NEUBRANDENBURG (FRZ). „In meiner über 20-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit habe ich lange nicht zwei so zerschlagene und geschundene Gesichter gesehen.“ Mit diesen Worten beschreibt Manfred Dachner, stellvertretender Landesvorsitzender der Hilfsorganisation Weisser Ring, den Eindruck, der sich ihm im Neubrandenburger Bonhoeffer- Klinikum bot. Gemeinsam mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin des Weissen Rings hat Dachner inzwischen zwei der drei Opfer der Überfälle in der Oststadt (der Nordkurier berichtete) besucht. Währenddessen arbeitet die Polizei in Neubrandenburg nach Angaben einer Sprecherin weiterhin mit Hochdruck an der Aufklärung der drei Straftaten.

Wie Dachner gegenüber unserer Zeitung erklärte, erhielten beide Opfer als Soforthilfe zur Milderung der Straftat jeweils 250 Euro sowie kostenlose Rechtsanwalts-Schecks in Höhe von je 150 Euro. Gleichzeitig seien Anträge an das Amt für Gesundheit und Soziales gestellt worden, um bei bleibenden körperlichen Schäden durch das Opferentschädigungsgesetz eine Zusatzrente erhalten zu können.

Die im Klinikum liegenden Überfallenen seien mit Fäusten und Fußtritten solange am gesamten Körper und am Kopf geschlagen, bis sie zeitweise bewusstlos waren, zeigte sich Dachner erschüttert. Ein Opfer habe sich dabei eine Gehirnverletzung und Knochenbrüche unter dem Auge zugezogen, wodurch seine Sehfähigkeit an einem Auge stark beeinträchtigt wurde. Dem anderen Überfallenen wurde die Nase gebrochen und das Jochbein zerschlagen.

Beiden seien Geld, Ausweispapiere, Kreditkarten sowie diverse andere Papiere entwendet worden. Bekleidung sei beschädigt, eine Brille zerschlagen und ein Fahrrad gestohlen worden. „Ein Opfer erlitt dadurch einen finanziellen Schaden von über 1000 Euro“, so Dachner. Mit der weiteren Betreuung und Begleitung versuche man, den beiden Personen ein Stück ihrer Würde zurückzugeben. Das dritte Opfer jener Nacht sei dem Weißen Ring indes bisher nicht bekannt geworden.