Dienstag, 22. November 2011

Nordkurier | SPD-Politiker fordert sofortige Bestrafung von Fußballrowdys

dachnerZum wiederholten Male schockten Gewaltszenen in der Rostocker DKB-Arena und rund um das Stadion die Menschen in ganz Deutschland. Der Ruf nach Konsequenzen erschallt erneut.


Von dpa-Korrespondent Joachim Mangler

ROSTOCK. Der Innenexperte der SPD-Landtagsfraktion, Manfred Dachner, hat nach den neuerlichen Krawallen beim Fußballspiel zwischen dem FC Hansa Rostock und dem FC St. Pauli von Samstag eine schnelle und harte Bestrafung von Straftätern gefordert. Es seien zwar 33 Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Körperverletzung eingeleitet worden. „Aber das wird Monate dauern, bevor diese Leute zur Verantwortung gezogen werden“, sagte Dachner gestern. Sie müssten sofort verurteilt werden. „Sofort heißt bei mir sofort und nicht erst nach drei oder vier Monaten“, betonte Dachner, der vor seiner Wahl in den Landtag als Polizeidirektor gearbeitet hatte. Gegebenenfalls müssten auch Gesetze verschärft werden.

Bei dem Spiel waren zunächst im Block von St. Pauli bengalische Feuer gezündet worden, anschließend schossen Hansa-Fans Raketen in den Gästeblock. Vor dem Spiel kamen Berichten zufolge Hunderte St. Pauli-Fans unkontrolliert ins Stadion, nachdemSpielwar es noch zu Zwischenfällen zwischen Hansa- Fans und der Polizei gekommen. Auch beim Angriff auf das Rostocker Polizeihauptrevier am Freitagabend war ein Zusammenhang mit dem Nordderby vermutet worden.

Hansa distanzierte sich von den Zwischenfällen und bat um Unterstützung der Gesellschaft. „Wir bittendie Verbände, die Politik und die Judikative, uns Vereine mit diesem gesamtgesellschaftlichen Problem nicht alleinzulassen“, hieß es in einer Mitteilung.

Die nicht abreißende Serie von Gewaltszenen bei Fußballspielen von Hansa Rostock sind nach Worten von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) nicht nur ein Problem für den Verein. „Das ist ein Problem für das ganze Land,weil damit ein maßgeblicher Imageschaden eintritt“, sagte Caffier gestern. Er stehe im Kontakt mit dem Verein, um über die weiteren Folgen zu beraten.

Der Minister zeigte sich sehr verärgert darüber, dass viele Fans noch Beifall klatschten, als die Raketen in den St.-Pauli-Block geschossen wurden. Dies beweise, dass sich die gesamte Gesellschaft mit dieser Gewalt auseinandersetzen muss.