Freitag, 4. Mai 2012

Nordkurier | Vorwürfe gegen Polizei

dachner

SCHWERIN/NEUBRANDENBURG. Bündnis 90/Die Grünen haben schwere Vorwürfe gegen die Polizei im Zusammenhang mit den Protesten am 1. Mai in Neubrandenburg erhoben. Die Auseinandersetzungen zwischen linken Demonstranten und der Polizei seien von der Polizei absichtlich herbeigeführt worden, sagte gestern die Landtagsabgeordnete Ulrike Berger. Berger war bei den Protesten am Dienstag dabei. Die Polizei bestreitet die Vorwürfe, kündigte aber eine Prüfung an.

Der Sicherheitsexperte der SPD-Landtagsfraktion, Manfred Dachner, wies die Vorwürfe der Grünen zurück. „Wenn sogenannte Demonstranten nach einer Versammlung Straßen blockieren, auf Forderungen der Polizei mit Steinen und Flaschen antworten, müssen sie die Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.“

Laut Berger soll der Einsatzleiter auf der Brücke in der Demminer Straße für die Eskalation verantwortlich gewesen sein. „Es war der Polizei wohl zu friedlich, die brauchten Randale zum Schluss“, sagte sie. Sie hat eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Polizeichef auf der Brücke bei der Polizeiinspektion Neubrandenburg und beim Landesinnenministerium eingereicht. Nach ihrer Beobachtung seien rund 350 Gegendemonstranten auf dem Weg zum Bahnhof von der Polizei zusammengedrängt worden. Die Polizei spricht dagegen von einer Demonstration, die in Richtung Innenstadt zog und aufgelöst wurde.
dpa