Donnerstag, 11. April 2013

Petitionsausschuss beriet zur Problematik des alten Moorbads in Bad Doberan

Das ehemalige Moorbad in 
Bad Doberan. Foto: RoBa
Das alte, denkmalgeschützte Moorbad steht seit 1996 leer. Die Besitzer wechselten mehrfach und kein Bauplan wurde jemals umgesetzt. Brände in den Jahren 2004 und 2010 und Vandalismus förderten den Zerfall.

Der Petitionsausschuss hat nun in seiner 33. Sitzung am 11. April 2013 u. a. eine Eingabe beraten, in der die Petentin die voranschreitende Zerstörung des alten, historischen Moorbads in Bad Doberan beklagt und um Unterstützung bittet.

Neben den Abgeordneten des Ausschusses nahmen Vertreterinnen und Vetreter des Ministeriums für Wirtschaft, Bau und Tourismus und des Ministeriums für Inneres und Sport teil.

Zusätzlich war der Leiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalschutz geladen. Zunächst trug die Vertreterin des Ministeriums für Wirtschaft, Bau und Tourismus vor, der aktuelle Investor habe 2011 einen Antrag auf Erteilung einer Baugenehmigung gestellt und diese auch erhalten. Jedoch sei es bis heute nicht zu einem Baubeginn gekommen. Das genehmigte Bauvorhaben sei auch nicht mehr realisierbar, da im Zuge der Zustandsverschlechterung und der damit verbundenen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bereits eine der Straße zugewandte Giebelwand habe abgerissen werden müssen. Deren Umgestaltung sei u. a. Bestandteil des Bauplanes gewesen.

Neben dem Abriss der Giebelwand sei auch die Sicherung des Seitenportals mittels Aufstellen von Zaunfeldern als Sicherungsmaßnahme nötig gewesen, da dieses ebenfalls einsturzgefährdet gewesen sei und ein stark genutzter, öffentlicher Weg dort entlang führe. Zu beiden Maßnahmen sei der Investor von dem Landkreis Rostock als untere Bauaufsichtsbehörde aufgefordert worden. Eine Reaktion sei ausgeblieben, sodass der Landkreis selbst im Wege der Ersatzvornahme die Maßnahmen durchgeführt und die Kosten auf den Investor umgelegt habe. Hiergegen habe der Investor Widerspruch eingelegt, welchem nicht abgeholfen worden sei. Die daraufhin eingereichte Klage sei noch nicht abgeschlossen.

Der Leiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege teilte weiterhin mit, dass von Seiten der Stadt großes Interesse und Engagement bestehe, eine Lösung für die Erhaltung des Moorbads zu finden. Der städtische Bauhof habe sich bereit erklärt, die erforderlichen Maßnahmen zu übernehmen, jedoch scheitere dies an den Kosten, welche der Landkreis Rostock nicht tragen wolle bzw. könne.

Im Zuge der Beratung wurde deutlich, dass ein Tätigwerden des Investors nicht zu erwarten sei, da von diesem bis jetzt jede Reaktion ausgeblieben sei.

Der Petitionsausschuss stellte abschließend klar, dass das Moorbad unbedingt erhaltenswert sei. Dazu werden derzeit weitere Maßnahmen geprüft.