Mittwoch, 18. September 2013

Nordkurier | Brote für den guten Zweck finden jede Menge Käufer

Von Bärbel Gudat
Ehrenamtliche Hospizhelfer betätigten sich in drei großen Einkaufscentern der Stadt als Brotverkäufer. Sie fanden viele, die ihre Hospizarbeit in Neubrandenburg unterstützen wollten.

Elisabeth Zimdars (links) unterstützte gern mit dem Kauf eines Dinkelbrotes die Benefizaktion für die Hospizarbeit. FOTO: B. GUDAT

NEUBRANDENBURG. „Wie wäre es mit einem Dinkelbrot für einen guten Zweck?“ Verena Budschat hatte keine Scheu, die Vorübergehenden im Lindetal-Center anzusprechen. „Manche trauen sich nicht gleich, halten erst mal Abstand.“ Diese Erfahrung hat auch Ingrid Voß-Bülow gemacht. Wie Verena Budschat ist sie ehrenamtliche Hospizhelferin. Beide verkauften an diesem Vormittag in der Oststadt während der Hospiz-Benefizaktion Brot. Doch wer angesprochen werde, der probiere und nehme meist ein „Bingen-Brot“ für 2,30 Euro mit, freuten sich beide. „Nächstes Jahr nehmen wir vierzig Brote mehr“, waren sie sich mit ihrem dritten Verkäufer, Klaus Treder, einig. Schließlich mussten sie sogar Käufer wegschicken.
Gebacken hatte das Dinkelbrot die Bäckerei „De Mäkelbörger“ nach einem Rezept der Heilerin Hildegard von Bingen. Das Neubrandenburger Unternehmen unterstützt seit Jahren diese Benefizaktion für die Hospizarbeit des Dreikönigsvereins. In den drei großen Einkaufscentern wurden die mehr als 800 Brote verkauft. Außerdem gehörten Betriebe in der Stadt zu den Abnehmern. Die Mitarbeiter dort bekamen die Brote sogar geliefert.
Der Dreikönigsverein müsse einen Teil der Mittel für die Hospizarbeit selbst aufbringen, erklärte Manfred Dachner als einer der Organisatoren den Hintergrund. Mit der Aktion kommen immer an die 2000 Euro zusammen. Dafür opferten diesmal 19 der 36 ehrenamtlichen Hospizhelfer gern ihre Zeit. Ansonsten entlasten sie wie Ingrid Voß-Bülow pflegende Angehörige oder übernehmen auch mal Nachtschichten im Dreikönigshospiz.
Sie selbst sei von der Koordinatorin Heike Albrecht bei einer Veranstaltung angesprochen worden, erinnert sich Ingrid Voß-Bülow. „Ich bin alleinstehend, habe schon selbst viel Kummer im Leben erlebt.“ Deshalb habe sie sich entschlossen als ehrenamtliche Hospizhelferin tätig zu sein. „Denn Sterben gehört nun mal zum Leben dazu.“

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