Freitag, 21. Februar 2014

Neubrandenburger Zeitung | SPD zieht mit Pastor in den kommunalen Wahlkampf

Die SPD-Mitglieder des Ortsvereins haben entschieden, wer beim Wahlkampf in das Rennen gehen soll. Es gab aber Diskussionen darüber, wer auf welchem Listenplatz stehen soll. FOTO: INE
Von Ingmar Nehls

Bekannte Gesichter und neue Köpfe wollen für die SPD in die Neubrandenburger Stadtvertretung. Es gibt Überraschungen in allen Lagern. Denn auch bewährte Zugpferde werden nicht mehr in das Rennen geschickt.

NEUBRANDENBURG. SPD-Mitglied ist er nicht, will er auch nicht werden. Bei den Sozialdemokraten sieht sich Jörg Albrecht aber richtig aufgehoben. Der Pastor der evangelischen St. Michaels Gemeinde im Vogelviertel will sich politisch einmischen. „Ich will mitgestalten, dass unsere Stadt noch lebenswerter wird“, erklärte Albrecht bei einer kurzen Vorstellung vor den Neubrandenburger Sozialdemokraten. Die haben sich jetzt getroffen, um die Kandidaten für die anstehende Wahl der Stadtvertretung am 25. Mai zu bestimmen.

Die SPD will mit bewährten Zugpferden wie Monika Bittkau, Roman Oppermann, Joachim Lübbert, Michael Stieber, Frank Münzberger und Rüdiger Bretschneider in das Rennen gehen. Manfred Dachner verabschiedet sich dafür aus der Stadtpolitik und macht Platz für Holm Henning Freier. Aber auch „junge Wilde“, wie der erst 26-jährige Martin Jennerjahn oder der 32-jährige Daniel Hirch wollen mitmischen. Damit sie leichter auf den Stimmzetteln gefunden werden, hat sich Klaus Lucas dafür eingesetzt, dass die Jungen weiter nach oben rutschen. Monika Bittkau hat ihren Platz freiwillig mit der jüngeren Babette Erb getauscht. Bei anderen Listenänderungen musste abgestimmt werden. „Engagement entscheidet bei der Wahl, nicht der Listenplatz“, gab Monika Bittkau zu verstehen. Drei Stimmen haben die Wähler. Die können sie alle einem Kandidaten ihrer Lieblingspartei schenken oder verteilen. „Jeder ist für sich selbst verantwortlich“, meint Joachim Lübbert.

Pastor Jörg Albrecht zieht es in die Politik. FOTOS (2): I. NEHLS
Politikneuling Jörg Albrecht verfolgte die Diskussion und das Wahlprozedere mit Neugier. Er ist übrigens nicht der einzige Pastor in der Seenplatte, der den Schritt in die Kommunalpolitik macht. Denn auch Armin Schmersow tritt als Kandidat der Wählergemeinschaft „Bürger für Rechlin“ bei den Rechliner Kommunalwahlen am südlichen Müritzzipfel an.

Die Sozialdemokraten haben ihre Köpfe und können den Wahlkampf planen. Auch die Grünen wissen, wer auf Stimmenjagd gehen soll. Ganz oben bei ihnen steht die 25-jährige Franziska Richter.

Morgen bestimmen die Linken ihre Kandidaten für die Kommunalwahl. Nicht antreten wird Catherina Muth. Sie ist aktuell die Fraktionsvorsitzende. Auch die Christdemokraten besprechen morgen, wen sie ins Rennen schicken. Fest steht, die nächste Fraktion wird anders aussehen, denn gleich fünf der jetzt 13 Abgeordneten tauchen auf der Vorschlagsliste nicht auf, darunter Markus Bitto, der als Fraktionsvorsitzender „abgesägt“ und durch Diana Kuhk in dieser Funktion ersetzt wurde. Während die SPD drei unterschiedliche Listen für die drei Wahlbereiche vorlegt, weil Wohnort und Bekanntheit der Kandidaten berücksichtigt werden, gibt es bei der CDU nur eine Liste für alle drei Bereiche. Überall ganz oben steht Diana Kuhk. Vielleicht ein Fingerzeig für die Oberbürgermeisterwahlen 2015?

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