Mittwoch, 19. März 2014

PM: Anhörung der Bürgerinitiative „Bürger für Neubrandenburg – zur Verhinderung der Errichtung eines Funkmastes und der Strahlenminimierung in Neubrandenburg sowie für einen koordinierten Ausbau des Mobilfunknetzes“

Manfred Dachner: „Die Sorgen und Nöte der Neubrandenburger Funkmastgegner ernst nehmen

Am Donnerstag, den 20.03.2014, wird der Petitionsausschuss des Landestages in Neubrandenburg die Bürgerinitiative zu ihren Sorgen und Nöten anhören sowie Vertreter einiger Ministerien und der Telekom sowie der Stadtverwaltung Neubrandenburg zur Stellungnahme auffordern.

Der Vorsitzende des Petitionsausschusses des Landtages, Manfred Dachner betont: „Im Ausschuss wird jede Eingabe und jeder Hinweis von den Bürgerinnen und Bürgern des Landes ernst genommen. Unabhängig davon, ob es sich um eine Einzelpetition oder Massenpetition bzw. Bürgerinitiative handelt.“

Gerade in diesem Fall, wo einerseits der Ausbau von Mobilfunkanlagen rasant voranschreitet und die große Mehrheit der Menschen die flächendeckende Versorgung ohne größere Bedenken in Anspruch nimmt, erscheint es andererseits exotisch, dass sich scheinbar nur wenige um die möglichen Gefahren, die von den Sendeanlagen ausgehen könnten, gesundheitlich beeinflusst fühlen.

Diejenigen, die undifferenziert keine gesundheitlichen Risiken erkennen wollen oder können und diesen Standpunkt vehement verteidigen, sind genauso zur sachlichen und gemäßigten Argumentation aufgefordert, wie jene, die in überzogener Weise gesundheitliche Schäden heraufbeschwören.

Richtig ist, dass seit 60 Jahren gesundheitliche Wirkungen durch hochfrequentierte elektromagnetische Felder auf den Menschen in Deutschland erforscht werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz sieht davon ableitend keine Gründe, die Schutzkonzepte und Grenzwerte in Zweifel zu ziehen.

Die Neubrandenburger Bürgerinitiative sieht das anders und ist mit ihrer Meinung weltweit nicht alleinstehend. Deutschland gehört zu den Ländern mit den höchsten Grenzwerten. Dagegen gibt es eine Reihe von Ländern, die wesentlich geringere Grenzwerte bzw. höhere Sicherheitsstandards aufweisen (wie z. B. Schweiz, Österreich, Monaco, Israel, Russland, Italien, Australien usw.) aber auch deutsche Städte (wie z. B. Hamburg und Stuttgart) achten zunehmend auf Vorsorgebereiche, insbesondere für Kindereinrichtungen. Auch an der Uni Rostock gibt es Untersuchungsergebnisse zu Wirkmechanismen an Fällen unter Exposition mit hochfrequentierten elektromagnetischen Feldern der Mobilfunktechnologie, die die These der Funkmastgegner für mögliche Gesundheitsschädigung stützt.

In diesem Spannungsfeld hat der Petitionsausschuss des Landtages eine sehr komplexe und hoch technische sowie spezialisierte Thematik politisch zu bewerten.