Donnerstag, 16. April 2015

Petitionsausschuss berät in öffentlicher Sitzung zum Musikprogramm des NDR

Der Petitionsausschuss hat in einer öffentlichen Sitzung am 16. April 2015 die Petition einer Bürgerinitiative beraten, die mehr deutschsprachige Musik im Radiosender NDR 1 Radio M-V fordert. Die Initiatoren dieser Sammelpetition, die mehr als 1.000 Unterstützer gefunden hat, begründen ihr Anliegen damit, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk den Musikgeschmack älterer Zuhörer über 60 Jahre zu wenig berücksichtige.

An der Ausschussberatung nahmen die Programmdirektorin des NDR-Landesfunkhauses Schwerin, Frau Elke Haferburg, sowie je eine Vertreterin des Landesrundfunkrates Mecklenburg-Vorpommern und der Staatskanzlei teil, um das Anliegen der Petenten in einem konstruktiven Gedankenaustausch zu erörtern. Der Vorsitzende des Petitionsausschusses, Herr Manfred Dachner, wies einleitend auf den Grundsatz der Staatsferne des Rundfunks hin und betonte, dass der Petitionsausschuss auch nicht beabsichtige, dem NDR Vorgaben zur Gestaltung des Radioprogrammes machen zu wollen. Nach Auffassung der Bürgerinitiative seien aber die Vorgaben des NDR-Staatsvertrages zur Vielfalt und zur Regionalität nicht ausreichend berücksichtigt, wenn der Anteil der englischsprachigen Musik im Radioprogramm 80 Prozent betrage. Die Programmdirektorin Frau Haferburg führte hierzu aus, dass nach den vertraglichen Vorgaben die Landesprogramme so zu gestalten seien, dass sie der Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung dienen. Hierbei betonte sie, dass es für Mecklenburg-Vorpommern mit dem Sender NDR 1 Radio M-V nur einen Landessender gebe, der daher landesweit so viele Hörer wie möglich erreichen müsse und nicht nur der Sender für die über 60-jährigen Zuhörer sei. „Wir möchten jüngere Hörer dazugewinnen und die älteren Zuhörer nicht verprellen“, so die Programmdirektorin. Diesbezüglich hob Frau Haferburg hervor, dass die Musikauswahl nicht willkürlich, sondern auf der Grundlage einer wissenschaftlich fundierten Medienforschung erfolge. Die Mitglieder des Petitionsausschusses wiesen darauf hin, dass deutsche Schlager zunehmend auch bei jüngeren Menschen beliebt seien und die Ablehnung des Senders, Schlager zu spielen, daher nicht nachvollzogen werden könne. Die Programmdirektorin begründete diese Entscheidung mit der Polarisierung durch die Schlagermusik, die man entweder hasse oder liebe. Um Titel zu spielen, die am wenigsten wehtun würden, habe man sich vom klassischen Schlager verabschiedet, denn auch Hip Hop oder Heavy Metal kämen im Programm nicht vor. Nach einer intensiven und auch emotional geführten Diskussion beschloss der Ausschuss zunächst, weitere Unterlagen zu den statistischen Auswertungen der Zuhörergruppen anzufordern und die Petition sodann erneut intern im Ausschuss zu beraten.

Eine vollständige Videoaufzeichnung der öffentlichen Sitzung finden Sie hier.