Donnerstag, 25. Juni 2015

Der Petitionsausschuss diskutiert das Modell der Nichtschülerprüfung zum Staatlich anerkannten Erzieher

Mehrere Nichtschüler, die ihre Prüfungen zum Staatlich anerkannten Erzieher an der Beruflichen Schule Stralsund abgelegt hatten, beklagten die auffällig schlechten Prüfungsergebnisse, die sie auf die geringe Akzeptanz der Nichtschüler seitens der Beruflichen Schule zurückführten. Diese Petitionen nahm der Ausschuss zum Anlass, das Modell der Nichtschülerprüfung mit Vertretern des Bildungsministeriums, des Schulamtes Greifswald und der Beruflichen Schule Stralsund zu diskutieren.

Vonseiten des Bildungsministeriums wurde eingeschätzt, dass sich das Modell nicht bewährt habe, zumal seit der Änderung der Fachschulverordnung Sozialwesen im Dezember 2012 ohnehin stark rückläufige Zahlen zu verzeichnen seien. Den Schwerpunkt setze das Ministerium nunmehr auf alternative Maßnahmen, wie eine dreijährige Ausbildung für Seiteneinsteiger und eine vierjährige berufsbegleitende Ausbildung. Vorteil dieser Ausbildungsmaßnahmen zum Staatlich anerkannten Erzieher sei vor allem, dass die Ausbildung an den Fachschulen des Landes erfolge, die der staatlichen Aufsicht unterliegen. Dahingegen habe die Schulaufsicht keine Zuständigkeit, die in Vorbereitung der Nichtschülerprüfung angebotenen Ausbildungsmaßnahmen der privaten Bildungsträger, die von der Bundesagentur für Arbeit finanziert würden, zu überprüfen. Hier seien im Übrigen große Qualitätsunterschiede zu verzeichnen. Die staatliche Schulaufsicht beginne erst mit der Anmeldung zur Prüfung.

Die Schulleiterin der Beruflichen Schule Stralsund betonte, dass sie sich bei der Durchführung der Prüfungen strikt an die Fachschulverordnung Sozialwesen halte, nach der die Nichtschüler und Fachschüler nach den gleichen Vorgaben geprüft würden. Sie schilderte die Bemühungen der Schule, um der hohen Zahl der zusätzlich angemeldeten Prüfungen der Nichtschüler gerecht zu werden. Auch könne sie keine Benachteiligung der Nichtschüler aufgrund mangelnder Informationen erkennen. So habe die Schule beispielsweise auf ihrer Internetseite umfangreiche Informationen in Vorbereitung auf die Prüfungen veröffentlicht.

Nach einer intensiven Diskussion sah der Petitionsausschuss weiteren Klärungsbedarf, sodass sich der Ausschuss nach der Sommerpause erneut mit der Petition befassen wird.