Montag, 24. August 2015

Neubrandenburger Zeitung: Zaghafte Annäherung an die Flüchtlinge

Von Jörg Franze
Die Problematik ist in diesen Tagen allgegenwärtig: Während es in Burg Stargard Auseinandersetzungen gibt, machen Asylbewerber in Neubrandenburg positive Erfahrungen.

Ein kleiner Radlertrupp von Neubrandenburgern und Flüchtlingen machte sich auf nach Rowa. FOTO: JÖRG FRANZE
BURG STARGARD/NEUBRANDENBURG. [...] Friedlicher ging es am Sonnabendvormittag bei einer Radtour mit Flüchtlingen zu, zu der der SPD-Ortsverein Neubrandenburg eingeladen hatte. Der Neubrandenburger Landtagsabgeordnete Manfred Dachner hatte über den Leiter des Asylbewerberheims in Fritscheshof Andrey Kobrin aus der Ukraine kennengelernt. Dieser lebt mit seiner Frau seit Mitte Januar in Neubrandenburg und wartet auf eine Entscheidung über seinen Asylantrag, wie er erzählt.

Er habe als Jurist und Theologe bei der Kirche gearbeitet, sah sich deshalb Repressalien ausgesetzt und flüchtete schließlich nach Deutschland, erklärt der 32-Jährige. Seit seiner Ankunft lernt Andrey Kobrin eifrig die Sprache und kann sich recht gut verständlich machen. Neubrandenburg gefällt ihm und seiner Frau, bei Namen wie Juri-Gagarin-Ring fühle man sich fast heimisch, lacht er. Jetzt würde er gerne mehr mit Deutschen in Kontakt kommen, sich austauschen und so auch die Sprache besser lernen.

Deshalb kam er zusammen mit Manfred Dachner auf die Idee mit der Radtour. Der Einladung folgten aber nur zwei Landsleute von Kobrin und neben einigen SPD-Vertretern die Neubrandenburgerin Ingeborg Templin. Egal, alle schwangen sich aufs Rad und strampelten nach Rowa, unter anderem „um den Flüchtlingen zu zeigen, dass sie hier willkommen sind“, wie Manfred Dachner betonte.

Kontakt zum Autor j.franze@nordkurier.de