Freitag, 18. September 2015

Neubrandenburger Zeitung: Neubrandenburger SPD setzt auf die bewährten Zugpferde

Von Thomas Beigang

Die Sozialdemokraten preschen als erste nach vorn und nominieren ihre Kandidaten für die Landtagswahl im nächsten Jahr. Die Genossen vertrauen dabei den Siegern von 2011. Das ist trotzdem eine kleine Überraschung.

NEUBRANDENBURG. Er ist wieder da. Manfred Dachner (66), Landtagsabgeordneter der SPD aus Neubrandenburg, ist von seinem Genossen im Ortsverein erneut zum Kandidaten ernannt worden. Dachner soll auch im Landtagswahlkampf 2016 für die SPD die Kastanien aus dem Feuer holen und in Neubrandenburg viele Stimmen auf sich vereinen. Neben Dachner wählten, ebenfalls ohne Gegenstimme, die Mitglieder des Ortsvereins Sylvia Bretschneider zu ihrer Kandidatin.

War die Wahl der 54-Jährigen, die seit 1994 im Landtag sitzt und dem Parlament Mecklenburg-Vorpommerns seit 2002 sogar als Präsidentin vorsteht, nur eine Formsache, birgt die erneute Kandidatur Manfred Dachners doch eine gehörige Überraschung in sich. Denn so lange ist es noch gar nicht her, als Dachner – bis 2010 Chef der Neubrandenburger Polizeidirektion – eigentlich seinen Rücktritt aus der aktiven Politik im nächsten Jahr ankündigte. Nach nur einer Legislaturperiode. Allerdings – genau wie seine Genossin Sylvia Bretschneider, die den Neubrandenburger Landtagswahlkreis 2 für sich entschied – ließ Dachner im Jahr 2011 in seinem Wahlkreis alle Konkurrenten hinter sich und zog souverän in das Parlament ein.

Er sei „überzeugt“ worden, sagte Dachner. Er fühle sich auf keinen Fall zu alt für die politische Arbeit. Das sahen seine Mitstreiter offensichtlich genau so, denn Dachners Konkurrent Holm-Henning Freier, der ebenfalls gern im Wahlkreis 3 für die SPD ins Rennen gehen wollte, konnte keine einzige Stimme auf sich vereinen. Und das, obwohl der ehemalige Leiter der Neubrandenburger Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde noch kurz vor der Wahl einen Rundbrief an alle SPD-Mitglieder in der Stadt gesandt hatte, um sich und seine Ziele vorzustellen. Ohne Chance. Die Sozialdemokraten trauen es offenbar Dachner neben Sylvia Bretschneider mehr zu, ihnen in der Viertorestadt zu Sieg zu verhelfen.

Die indes zeigte sich gespannt, wie jetzt die Neubrandenburger CDU auf die überraschende Kandidatenwahl in der SPD reagiert. „Die haben doch extra ihre Nominierungen zeitlich nach uns terminiert. Mal sehen, was denen jetzt zu Manfred Dachner einfällt“, lächelte Bretschneider.