Donnerstag, 10. Dezember 2015

Zerstören Kite-Surfer die Seegraswiesen?

In der gestrigen 84. Sitzung des Petitionsausschusses befassten sich die Abgeordneten u.a. mit einer Petition, mit der die Auswirkungen des Kitesurfens am Salzhaff auf Natur und Umwelt kritisiert und ein gesetzliches Verbot gefordert wurde.

Der ebenfalls zu der Beratung eingeladene Vertreter des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz hat zunächst klargestellt, dass die freiwillige Vereinbarung Wismarbucht, die zwischen der zuständigen Behörde und den Wassersportlern geschlossen wurde, nicht aufgekündigt sei, anders als es in den Medien dargestellt werde.

Zum Managementplan wurde weiter ausgeführt, dass dieser auf Grundlage eines verbindlichen Leitfadens des Ministeriums erstellt werde. Dabei gehe es darum, dass nach Erhebung der Daten mit allen Interessengruppen Belange erörtert würden, um möglichst einvernehmlich und interessenabgestimmt die Nutzungsregelungen und Projektansätze für die Erhaltung und Verbesserung des Zustandes von Natura-2000-Gebieten zu vereinbaren. Der Managementplan sei ein Fachplan der obersten Naturschutzbehörde, der nach Festsetzung behördenverbindlich sei. Da es an Außenwirkung fehle, würden u. a. freiwillige Vereinbarungen mit den Betroffenen getroffen.

Eine Einschränkung der Kitesurfer könne man nicht feststellen. Die probeweise durchgeführte Erweiterung der Gebiete für Kitesurfer in der Wismarer Bucht habe ergeben, dass an den Einsatzstellen der Surfer erhebliche Schäden im Bereich der Seegraswiesen zu verzeichnen seien. Das sei für das Land und die Umsetzung der Natura 2000 sehr problematisch, da man gegenüber der Europäischen Union zur Erhaltung der Gebiete verpflichtet sei. Dies werde bei der Überarbeitung des Managementplans berücksichtigt. Das Kiten in der Wismarer Bucht werde aber nach wie vor erlaubt sein. Am 06.10.2015 seien die nutzbaren Flächen öffentlich vorgestellt und im neuen Managementplan niedergeschrieben worden. Somit würden 9 Reviere, davon 7 im Sommer und 4 ganzjährig, für moderne Wassersportarten genutzt werden können – ohne dass die Erhaltungsziele des Natura 2000-Gebietes nachhaltig gefährdet werden. Die Festsetzung dieses Managementplanes stehe jedoch noch aus.

Da weiterer Klärungsbedarf besteht, beschloss der Petitionsausschuss am Ende seiner Beratung, die Petition zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu beraten.