Sonntag, 28. Februar 2016

71 Jahre danach: Medizin, Justiz und Auschwitz

Morgen wird in Neubrandenburg der Prozess gegen einen Mann beginnen, der im KZ Auschwitz als Sanitäter im Dienste der SS arbeitete. Es gab im Vorfeld viele Diskussionen über den Sinn eines solchen Verfahrens. Wenig bekannt sind allerdings die historischen Fakten.

Heute war ich im Medienhaus des Nordkurier Gast der Erinnerungs-, Bildungs – und Begegnungsstätte Alt Rehse (EBB), die in Kooperation mit dem Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern der Friedrich-Ebert-Stiftung über historische Hintergründe informierte.

Dr. Anja K. Peters
Foto: Archiv, 
Insbesondere die Ausführungen der Referenten Dr. Anja K. Peters, Dr. Judith Hahn und Dr. Stephan Glienke zum Sanitätsdienst der SS, zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus durch die Justiz und zur NS-„Führerschule der Deutschen Ärzteschaft Alt Rehse“ machten mich und die Besucher des Forums sehr betroffen. Sie verdeutlichten einmal mehr, dass die Aufbereitung der NS-Vergangenheit mit ihrer Menschen verachtenden und vernichtenden Ideologie niemals beendet werden darf und sich Täter – egal wie alt sie sind – vor einem ordnungsgemäßen Gericht zu verantworten haben.

Denn als die Täter die Verbrechen an Säuglingen, Kindern, Erwachsenen und alten Menschen begangen haben, standen sie selbst in der Mitte des Lebens und haben sich bewusst dafür entschieden.