Sonntag, 1. Mai 2016

Vier Tore Blitz | Mediziner braucht das Land!

Hoher Besuch für Flüchtlinge mit Erfahrungen in Gesundheitsberufen im HCO

Neubrandenburg/vtb. Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider, Sozialministerin Birgit Hesse, Landtagsabgeordneter Manfred Dachner und Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft MV e.V. Wolfgang Gagzow haben am Mittwoch das »Health and Care Oice (HCO)« in Neubrandenburg besucht. HCO ist die zentrale Ansprech- und Servicestelle für Flüchtlinge mit Erfahrungen in Gesundheitsberufen und Strukturen des Gesundheitswesens in Mecklenburg-Vorpommern. Das Projekt wird vom Land mit 135.500 Euro gefördert. Es wird durch den Integrationsfachdienst Migration »genres« durchgeführt.

Foto: F. Gildhorn
Aktuell sind seit Beginn dieses Jahres 60 Teilnehmer durch das Gesundheitsbüro HCO aufgenommen worden. Innerhalb der Gruppe ist der Arztberuf am stärksten vertreten, gefolgt von Apothekern, Krankenpfleger/ innen, Medizinstudenten und Laborassistenten. So saßen am Mittwochnachmittag Neurochirurgen, Urologen, Orthopäden, Kinderärzte und viele weitere Spezialisten der Ärzteberufe mit am Tisch. Sie alle werden durch das HCO durch insgesamt drei Stufen der sprachlichen Qualifizierung geführt. Am Ende der dritten und letzten Stufe müssen sich die meist syrischen Mediziner einer Prüfung der Ärztekammer stellen, wenn sie in Deutschland als Ärzte praktizieren wollen.

Neben der sprachlichen Qualifizierung wurden den Teilnehmern durch das Gesundheitsbüro weiterführende Veranstaltungen angeboten wie z.B. eine Stadtführung und eine Einführung in die Stadtbibliothek. Demnächst sind zudem eine Besichtigung des Ärztehauses und des Dietrich- Bonhoefer-Klinikums in Neubrandenburg geplant.

In das Projekt eingebunden sind auch die Krankenhausgesellschaft und die kassenärztliche Vereinigung, so dass - bei Vorliegen des Sprachstandes- zeitnah begleitend Praktika angeboten werden können und Mentoren aus den Fachbereichen die einzelnen Personen begleiten.

Wie wichtig die zügige Einbindung der medizinischen Fachkräfte in Mecklenburg-Vorpommern ist betonte Wolfgang Gagzow, Vertreter der Krankenhäuser im Land. »Uns fehlen derzeit gut 150 Ärzte in Mecklenburg- Vorpommern. Wenn wir also die Chance haben diese Lücke mit Hilfe der geflüchteten Ärzte zu füllen müssen wir sie auch nutzen.«, so Wolfgang Gagzow. Die Attraktivität und Perspektiven für die Neuankömmlinge zeigte Ministerin Hesse auf, »Wir haben den Platz, die Wohnungen und die Jobs, also alles was Sie für ihren Neuanfang brauchen. Darum lade ich Sie herzlich ein, bleiben Sie in Mecklenburg-Vorpommern.«

Für die Begleitung des Projekts und der Nutzenden wurden renommierte Mediziner und Mentoren gewonnen. Hier geht es um die Heranführung an Strukturen des Gesundheitswesens, aber auch um das Kennenlernen der Region und des Landes, von Politik und Kultur.