Sonntag, 8. Mai 2016

Vier Tore Blitz | Ein ganz besonderes Jubiläum

25 Jahre Opferschutz in Mecklenburg-Vorpommern

Neubrandenburg/vtb. Die gemeinnützige Organisation Weisser Ring e.V., die Opfern von Straftaten hilfreich zur Seite steht, begeht 2016 ihr 40. Jubiläum. Für den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern ist es sogar ein doppelter Geburtstag.

Foto: F. Gildhorn
Der Opferschutzverein Weisser Ring in Mecklenburg-Vorpommern gründete sich offiziell 1991 als erste Landesorganisation in den fünf neuen Bundesländern. Vorausgegangen war eine persönliche Initiative des Neubrandenburgers Manfred Dachner und eine abenteuerliche Aktion im Jahr 1990. Ihr erster Vorsitzender war der damalige Landtagspräsident Rainer Prachtl.

Nach einem bescheidenen Anfang, Hilfe für zehn Kriminalitätsopfer 1990, konnten, nach Auskunt des Landesvorsitzenden Thomas Lenz, seit der Gründung mehr als sechstausend Opfer betreut werden. Der Weisse Ring hat heute 145 ehrenamtliche Helfer und 17 Außenstellen im gesamten Land, die traumatisierten Menschen nach Überfällen, schweren Diebstählen oder sexueller Gewalt beratend zur Seite stehen, sie zur Polizei oder zu Gerichten begleiten. Neben menschlichen Beistand und Fürsorge leistete der Weisse Ring den Geschädigten auch materielle Unterstützung. Sie betrug bis Ende 2015 über 2,6 Millionen Euro. Insgesamt wurden 4.200 Opfer finanziell unterstützt.

Doch wie ist die aktuelle Situation des Landesverbandes? 2015 erreichten die Hilfeleistungen einen Rekordstand. 298 Opfern von Straftaten erhielten 163.589,00 Euro. Weiteren ca. 150 Opfern wurde immateriell im Umgang mit Behörden, durch die Vermittlung von Hilfen oder auf andere Weise geholfen. »Zeitgleich zu den Rekordhilfeleistungen sank das Spendenaufkommen dramatisch«, so Thomas Lenz. Die Spendeneinnahmen nahmen um ca. 37 Prozent (fast neuntausend Euro) gegenüber dem Vorjahr ab. »Dies ist eine besorgniserregende Entwicklung« gibt Thomas Lenz zu bedenken. »Als gemeinnütziger Verein, der keine finanzielle Unterstützung vom Staat erhält, sind wir auf Spenden dringend angewiesen, um unsere Opferarbeit dauerhaft fortführen zu können.«